1. Mai 2018

Was ist Schuld


Oftmals glaubt man die Wege zu kennen, auf denen man wandert. Da stehen noch die vertrauten Pappeln an der Straße, das alte Haus im Stil der Gründerjahre dort drüben hat ein neues Dach bekommen, die alte Bank unter der Linde wurde erneuert. Die Wege bleiben meist die gleichen, dennoch verändert sich manches, wenn man es lange nicht gesehen hatte.
Die alte Kirche - am Giebel die Jahreszahl 1431 - hat immer noch das gleiche Aussehen. Feldsteine als Basis und darüber die Backsteine im alten Klosterformat. Der jüngere Turm ragt schlank in den Himmel hinein, als wolle er den Menschen beweisen, dass er ein Wegweiser wäre. Wohin? Ist es wichtig, dies zu wissen?

Wer sucht sich die Wege schon selbst aus, die er geht? Natürlich glaubt jeder Mensch, er hätte es immer in der Hand, wie sein Leben verläuft. Das aber ist ein Irrglaube. Gewiss, die Richtung kann jeder schon selbst bestimmen, dann jedoch beim kleinsten Irrtum verläuft alles völlig anders, als er es einmal geplant hatte. So wird man leicht zum Spielball des Schicksals.


Wenn man zurückdenkt an frühere Zeiten, fühlt man oft Bedauern oder ein Schuldgefühl? Warum - es ist das eigenes Leben, jeder lebt es ganz allein. Es gibt dabei nichts zu beschönigen und es gibt nichts zu verherrlichen!
Schuld spielt im eigenen Leben ja eigentlich immer nur die Rolle einer Frage, ob sich Gebote oder Verbote wegen eines Dilemmas nicht ermitteln lassen. Wenn jemand etwas nicht weiß, beziehungsweise nicht einsehen kann, wird es meist als Schuldlosigkeit des eigenen Ichs angenommen.
Schuldgefühle werden in der Kindheit erlernt, wenn Eltern oder Autoritätspersonen Verbote aussprechen und dann ohne nachvollziehbare Rechtfertigungen Strafen androhen, wenn diese Verbote nicht befolgt werden. Daraus erwächst das Schuldgefühl bei den Kindern, die oft das ganze Leben lang die Oberhand behalten.
Davon sich freisprechen, dazu gehört auch Mut, aber es befreit von einer Last, die keiner mit sich herumtragen muss!

©by Wildgooseman



Kommentare:

  1. lieber Horst - Schuldgefühle sind das schlechte gewissen - etwas nicht getan, nicht gemacht und nicht gedacht- oder bedacht zu haben, ob sie berechtigt sind,oder ob man sie sich nur "einbildet"- weiß keiner so richtig.
    Eigentlich - ists nur als Ausgangspunkt mit etwas nicht abgeschlossen zu haben, etwas nicht beendet zu haben - so denke ich, das mag nicht richtig sein - doch so denkt man oft.
    was hab ich versäumt? mag ich der eine oder andere fragen und bereut...
    ein nicht ganz einfaches Thema das du dir heute zur Brust geholt hast, wert ists allemal darüber nachzudenken, ich begrüße deine Themen die oft sehr nachdenklich sind...
    Begrüßt du mit mir den Maien und seine Tage?
    herzlichst Angelface

    AntwortenLöschen
  2. Finken schlagen
    Frühlingstakte
    in den silberhellen Morgen.
    Haselzweige säumen alle Pfade.
    Kätzchen, noch verborgen,
    liebkosen mein Gesicht.

    Ich liebe diese Stunden,
    wenn Krokusse verschämt
    mit Bellis tanzen
    und Forsythius selber
    die Geige spielt
    am hinteren Gartenzaun.

    (Horst Lux)
    Gewidmet allen friedliebenden Menschen.
    Grüße
    von Horst

    AntwortenLöschen

[B]Ich danke Dir für Dein Statement![b/]