4. Dezember 2017

Weihnacht 2017

Und es begab sich zu der Zeit, da mehrere Raketen einschlugen in den Ort, da die Frau und ihr Mann lebten. Und dieser Raketenüberfall war nicht der Erste einer langen Serie und geschah zu der Zeit, als ein größenwahnsinniger Mensch in Syrien an der Macht war.

    Und siehe, der Mann sprach zu seiner Frau: Lass uns gehen in ein anderes Land, auf dass unser Kind in Frieden geboren werden kann!
Und sie machten sich auf und zogen gen Norden, da sie gehört hatten, dort käme man in die Gebiete und Länder, da man in Frieden leben könne.
Und mit ihnen machte sich auch auf eine große Menge an Menschen, die alle den gleichen Wunsch und das gleiche Ziel hatten: In Frieden zu leben.
   Und siehe, es begab sich, dass eine Meldung die Runde machte, dass ein Junge geboren sei. Irgendwo dort hinten im Lager zwischen alten Matratzen und Zeltbahnen, die nie benutzt werden konnten, weil keine Stützen dafür vorhanden waren. Diese waren schon längst in den kalten Nächten verfeuert, als die Temperatur unter 10° Minus sank.

     Und zwischen Stacheldrahtzaun und Blechkanistern und unter einem notdürftig aufgespannten Zeltdach wurde das Kind geboren, denn sie hatten sonst keinen Platz im Lager. Und die Eltern wickelten den Jungen in schmutzige Decken, die noch vor einigen Tagen bei der Überwindung des Stacheldrahts gute Dienste leisteten; diese halfen mit, dem Kinde das Überleben zu sichern. Und man nannte ihn Jehoschua, d.h. Gott ist Hilfe.




   Und siehe: Keines der Tiere war da, von denen man immer gehört hatte. Der Ochse und die Schafe, die das Neugeborene hätten wärmen können, waren schon vor Wochen geschlachtet und verzehrt worden. Und der magere Esel wurde gebraucht, um die Wasserkanister vom weit entfernten Bach ins Lager zu transportieren, da sonst kein Wasseranschluss vorhanden war.
Und es waren noch andere Flüchtlinge auf dem Felde im Lager, die hüteten des Nachts ihre letzten Habseligkeiten, die sie aus den Trümmern ihrer Häuser hatten retten können, da sie ihnen sonst gestohlen würden.

    Und da war kein Engel, der sie tröstete und auch keine himmlischen Heerscharen. Die nämlich waren alle geflüchtet vor den grausamen Truppen. Und statt einer Stimme aus den Wolken hatten sie alle noch den Donner der Raketen im Ohr, die in ihre Städte einschlugen.
    


Und so waren alle Menschen allein dort im Lager, in erbarmungsloser Kälte und ohne Stall und ohne Obdach. Aber alle träumten sie von dem wundersamen Leben in der Ferne, von denen ihnen erzählt worden war. Und alle, vor die es kam, glaubten daran und wollten sich aufmachen, den Frieden in der Fremde zu suchen, sobald das Wetter es wieder zuließ.

     Und wenn sie nicht angekommen sind, haben sie ihr Leben dort verloren, wohin sie ihr Schicksal führte ...



©by Wildgooseman

Kommentare:

  1. Eine schöne Geschichte, lieber Horst, wenn sie nicht so traurig wäre - aber alles beruht auf Ursache und Wirkung. Der größenwahnsinnige Herrscher trägt die Schuld am Leid der Menschen. Er lebt in Luxus, wie so viele andere korrupte Herrscher, die ihr Volk ausbeuten, drangsalieren, gar töten und Hunger leiden lassen. Von denen einige noch dazu Terrorgruppen und Rebellen unterstützen.
    Für solche Probleme gibt es keine Lösung, weil die Herrscher, Machthaber und Politiker selbst das Problem sind. Sie sind die Verantwortlichen für das Leid so vieler Menschen auf dieser Welt. Sie sollten dafür zur Rechenschaft gezogen werden.
    Man kann diese Probleme nicht auf Bürger anderer Länder abwälzen und diese dafür verantwortlich machen. Dadurch wird der Frieden auch in anderen Ländern aufs Spiel gesetzt und irgendwann herrscht nur noch großes Chaos. Die Anfänge sind bereits weltweit wahrzunehmen und niemand kann vorhersagen, wie es weitergeht oder enden wird.
    Aus Syrien jedoch kamen hauptsächlich junge Männer, die ihre Familien dort zurückgelassen haben. Wäre dies umgekehrt in unserem Land geschehen, dann hätten die Männer ihre Frauen und Kinder zuerst in Sicherheit gebracht und dann hätten sie für ihr Land gekämpft. Stattdessen sorgen viele dieser Männer hier für Unruhe:

    http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/ob-kurz-beklagt-sich-ueber-kriminalitaet-junger-fluechtlinge--145981608.html

    http://www.badische-zeitung.de/badenweiler/einzelne-fluechtlinge-sorgen-in-badenweiler-fuer-aerger--145971447.html

    oder sitzen in Cafes und trinken gemütlich einen Kaffee - während ihre Familien daheim bombardiert werden. Viele dieser jungen Männer, die z.B. in Scharen aus arabischen Ländern in unser Land kommen, wollen hier das schnell Geld machen (Drogenverkauf) und sich dabei weder an unsere Regeln noch an unsere Gesetze halten, geschweige denn integrieren.

    Vor zweitausend Jahren sah das alles noch etwas anders aus. Die Zeiten haben sich geändert und nicht gerade zum Besseren.

    Schon Gandhi meinte sinngemäß, dass genug für alle auf dieser Welt vorhanden sei, nicht aber für die Gier einzelner. Ach, ein unerschöpfliches Thema, über das man sich stundenlang oder seitenlang auslassen könnte und das uns noch über viele Jahre hinweg beschäftigen wird. Aber wie schon erwähnt, es gibt keine Lösung. Schon gar nicht kann man solche Probleme auf andere Länder abwälzen. Das wird auf Dauer nicht funktionieren. Doch ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Angesichts der derzeitigen Nachrichten sieht es allerdings für die Zukunft nicht besonders gut aus.

    Hab' noch eine schöne, besinnliche und entspannte Adventszeit und sei herzlich gegrüßt
    von Laura, die sich jetzt ihren Tee gönnt und dabei ein Kerzlein anzündet.

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  2. da schließe ich mich den gedanken von "Laura" an lieber Horst, es ist - im Umkehrschluß und als Metapher zu heute die Jesusgeschichte in abgewandelter Form die du uns hier mit deinen Worten erzählst,
    eine traurige, tieftraurige Geschichte die in erster Linie vom Leid und der fehlenden Hoffnung, von Irrtümern, von Habgier und Rachsucht, von Geltungsbewusstsein und falsch ausgeführter Macht erzählt.
    Man sollte doch eigenklich annehmen und meinen die menschen auf der Welt häten von den früheren Kriegen gelernt, von all den fehlern die durch falsche Machführung und Habsucht entstanden sind - egal wie weit diese Geschichten ins früher zurückgehen, aber nein - auch im Heute gibt es noch und wieder Glaubenskriege, Machtkriege, wo um Macht und Zentimeter lächerliches Land das nicht mal urbar gemacht oder nutzbar ist - gekämpft und Unschuldige zu Hauf getötet werden.
    ich sags ja - eine traurige Geschichte aus der Menschen aller Hautfarben und Nationalitäten nichts! gelernt haben....
    mich schauderds wenn ich an die Zukunft unserer Kinder und Enkel denke...
    herzliche Grüße Angelface

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  3. "Das wird auf Dauer nicht funktionieren" - da kann ich nur voll zustimmen, besser wäre es, wir hätten Unrecht dabei, liebe Laura.
    Und nichts gelernt? Tja, man sollte annehmen, das Leben wäre eine Meisterleistung. Ist es aber nicht, nur Lehrlinge sind an den Schaltstellen der Staaten, Liebe Angel.
    Auch Euch eine (fröhliche) hoffnungsvolle Adventszeit,
    wünscht Horst

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  4. Die Menschen lernen ewig und doch ist das Gelernte schnell vergessen, weil die Gegenwart eine andere ist und uns lehrt das beste daraus zu machen, aus dem was uns begegnet. Glaubenskriege gibt es mehr denn je und wir müssen mit der Gegenwart leben und unsere Kinder mit der Zukunft, die in den Sternen steht.Wir können klagen, uns beklagen, es hilft uns nicht. Wir können nur Nächstenliebe praktizieren wo es uns möglich ist.
    Allerliebste Grüße zum 2. Advent, schickt Euch Klärchen

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[B]Ich danke Dir für Dein Statement![b/]