7. Oktober 2017

Träumereien


Oftmals habe ich schon über meine Träume sinniert. Was geht in meinem Kopf vor, wenn ich sekundenschnelle Bildabläufe in der REM-Phase meines Schlafes vor mir sehe? In dieser ‘Rapid Eye Movement-Phase’ glauben wir Geschehnisse mitzuerleben, die in der Realität gar nicht passieren.
In einer amerikanischen Veröffentlichung las ich kürzlich, dass Träume quasi Ansichtskarten unseres Unterbewusstseins sind, die vom inneren »Selbst« zum äusseren »Selbst« gesendet werden.
Dabei versucht die rechte Gehirnhälfte mit ihrer Nachricht, den Graben zu der linken zu überqueren! 
Da geschieht es dann häufig, dass diese Nachricht zurückkehrt mit dem Vermerk: »Zurück zum Absender, Adresse unbekannt!«

Irgendwo muss dort innerhalb unserer Denkmaschinerie ein Labyrinth von Eindrücken bestehen, in dem mehr oder weniger oft -je nach Gemütslage oder Anspannung - die Wege nicht mehr in geraden Linien verlaufen, sondern in einem wirren Durcheinander, kreuz und quer ihre Bahnen ziehen.
Da draussen, ausserhalb der inneren Gedankenwelt, existiert je nach Sichtweise eine ganz andere Daseinsform. Eine, die unsere Ängste und Nöte, Wünsche und Leidenschaften offenbart und uns in Bruchteilen von Sekunden in den Traumbildern ein Leben vorgaukelt, dass so in keiner Form realisierbar ist. Solche Sekundeneindrücke sind keiner Logik zugänglich, dennoch sind sie ein wichtiger Teil unseres Daseins, unseres Ego.

Da unsere Träume als Gefühle in bewegten Bildern gesehen werden können, spiegeln sie Erfahrungen aus dem Alltag wider, einem Alltag in dem wir sehr mit Eindrücken der Außenwelt beschäftigt sind. In unseren Träumen aber erleben wir, was uns wirklich bewegt. Dabei verraten die oftmals wiederkehrenden Grundmuster, was uns in den Träumen beschäftigt.
Wenn wir diese Muster zu erkennen versuchen, haben wir auch die Möglichkeit, viel über uns selbst zu lernen.
Träume spiegeln das psychische Erleben während des Schlafes. Fälschlicherweise gingen Mediziner und Psychologen lange davon aus, dass unser Gehirn im Schlaf ›abgeschaltet‹ wird. Man hielt Träume ganz einfach für das Ergebnis einer zufälligen Aktivität von Nervenzellen ohne jede Bedeutung.
Heute aber weiß man durch Forschungsergebnisse, dass unser Denken, Erleben und Fühlen während des Wachzustandes im Schlaf immer weiterläuft.
Wenn wir träumen, leben wir temporär in anderen Dimensionen, in Bereichen, die wir nicht beeinflussen können, die aber dennoch Einfluss auf uns ausüben. Nehmen wir unsere Träume so auf, wie sie in unseren Schlafphasen erscheinen: Als Bilder unserer eigenen Welt, mit denen wir ständig korrespondieren.

Ein Traum  erzählte mir eine Geschichte. Nur ein Traum, dachte ich bei mir und übersah, dass ich darin die Hauptrolle spielte.
Helga Schäferling, Sozialpädagogin, 1957

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[B]Ich danke Dir für Dein Statement![b/]